Kommentar: „Der (politische) Islam am Scheideweg“

Zur Debatte um das Ende „islamischer Demokratien“ – eine Replik auf Farid Hafez

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Farid Hafez in seinem Kommentar just jenen Philosophen Popper zitiert, der in seinem Werk Die offene Gesellschaft und ihre Feinde den entscheidenden Faktor herausarbeitete, in dem sich demokratische und antidemokratische Ansätze unterscheiden: den Absolutheitsanspruch. Frei nach Popper ist jede politische Idee, die einen Absolutheitsanspruch stellt, eine per se undemokratische, da sie quasi nichts anderes neben sich dulden kann.

Einen solchen Anspruch stellen aber eben auch jene Kräfte, die aus dem politischen Islam hervorgegangen sind und weiterhin hervorgehen. Da diese Parteien lediglich eine Interpretation der islamischen Religion als Wahlmöglichkeit bieten, ist andererseits natürlich klar, dass sie eine menschliche, damit weltliche und daher fehlbare Idee anbieten und sich nicht etwa auf die absolute (innere) Wahrheit der Religion an sich beziehen können. Damit ist wiederum der Weg frei für einen Pluralismus, der die Demokratie erst zur echten Demokratie macht.
(Rusen Timur Aksak, DER STANDARD, 12.7.2013)

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