Rassismus im Standard-Forum

Ich verfolge kaum noch das Treiben österreichischer Medien. Das hat seine Gründe. Doch aus einer alten, lästigen Gewohnheit heraus lese ich ab und an noch im Online-Standard. Früher einmal tat ich das mit einer gewissen Hingabe, da das Forum des Online-Standard oftmals unterhaltsam, aber auch informativ war. Wie so vieles im Land, wurde aber auch das Forum dort von einem ekelhaften Ungeist erfasst, den man – verharmlosend – „Islamkritik“ nennt. Es tummeln sich also selbsternannte Vorkämpfer des „Abendlandes“ im virtuellen Äther und wollen sicherstellen, dass keine Grauslichkeit gegen Muslime ungesagt und ungeschrieben bleibt.

Warum ich das schreibe, hat einen aktuellen Grund. Ich habe gestern nachlesen wollen, was der Jahresbericht der „Dokustelle Islamfeindlichkeit und anti-muslimischer Rassismus“ so sagt. Im Standard war ein kurzer Artikel dazu und wie befürchtet, war es wieder schlimmer geworden. Die rasante Radikalisierung der Mehrheitsgesellschaft hält unvermindert an. Sichtbare Muslime, allen voran Kopftuchtragende Frauen, leiden am meisten. Leider konnte ich es mir aber nicht verkneifen, die User-Kommentare zu lesen. Und tatsächlich wurde ich überrascht, allerdings in einem negativen Sinn.

Gefühlte 90% der Beiträge relativierten oder rechtfertigten gar Gewalt und Übergriffe an wehrlosen Menschen. Selbst schlimmste Beiträge waren stundenlang online und das trotz Foren-Moderation. Folgende Screenshots wurden gestern gegen 23 Uhr gemacht und sollen aufzeigen, was faul ist im Staate „Standard-Forum“:

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Das sind nur einige, der vielen grausligen Beiträge. Was mir desweiteren aufgefallen ist, dass manche User die ausufernde Gewalt (auch verbale Gewalt ist Gewalt, ja) mit der streitbaren Berichterstattung des „Falter“ zu begründen scheinen. Ein Beispiel:

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Wie dem auch sei, meine Hoffnung lag dann kurzweilig auf der Einsicht von Foren-Moderatoren des Standard, doch die begnügten sich auf Twitter damit, meine Bedenken brüsk zurückzuweisen. Das hätte mich insofern nicht überraschen dürfen, als dass der Versuch einer Foren-Moderation darin mündete, einen Debattenbeitrag des deutschen Islamkritikers Ahmad Mansour zu teilen.

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Und wenn es beim „linksliberalen“ Standard schon so aussieht, dann will man sich ja gar nicht ausmalen, was in den Foren von Krone & Co. so unter „Islamkritik“ fällt.

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