Mich hat schon immer die Ruchlosigkeit der PKK-Aktivisten fasziniert.
 
Mit einer totalitären, gewalttätigen Gruppe sympathisieren, aber im nächsten Augenblick „Frieden“ und „Freiheit“ fordern, um die öffentliche Debatte zu dominieren. Denn wer stellt sich schon gegen „Frieden“ und „Freiheit“? Und daher habe ich schon vor Jahren gesagt, dass man Propaganda am besten von PKK-Kreisen lernen kann – wenn man denn keine moralischen Bedenken hätte.
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Die Ruchlosigkeit steigert sich dabei ins Irrationale, wenn die Dinge nicht so laufen, wie es sich die PKK vorstellt. Nehmen wir als Beispiel das kleine, syrische Eckchen Afrin. Die Türkei interveniert dort, der syrische PKK-Ableger hält dagegen. Militärisch gesehen ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich die PKK geschlagen geben wird müssen. Doch das kann sie nicht einfach so hinnehmen, also ruft sie Assads Todesschwadronen zu Hilfe. Die Todesschwadronen jenes Mannes, der nicht nur einen Vernichtungskrieg gegen sein eigenes Volk führt, sondern auch für ein Regime steht, dass insbesondere die syrischen Kurden über Jahrzehnte hinweg mehr als unwürdig behandelt hat.
 
An dieser Stelle würden weniger Eifrige an ihrer „Organisation“ zweifeln, nicht jedoch die Apostel Öcalans. Nein, sie steigern sich einfach ins Irrationale. Assads Todesschwadronen würden ja nur helfen die türkische Invasion zu verhindern. Denn die Türkei sei ja schlimmer als Assads Syrien. Kritische Nachfragen unerwünscht; man hat es zu glauben.
 
Für Außenstehende erscheint es also immer – mit Verlaub – peinlicher, wie sich die PKK-Propagandisten winden, doch die Bereitschaft den Boden der Realität zu verlassen, scheint derweil auch auf einheimische Sympathisanten überzugreifen. Diese meist bürgerlichen Fratzen, die sich „links“ nennen, verbreiten also eifrig jede noch so widersinnige Behauptung ihrer PKK-„Genossen“. Nur um am nächsten Tag dann vor demokratiepolitisch bedenklichen Aktionen der Schwarz-Blauen Regierung zu warnen oder eben mehr Demokratie im Land zu fordern. Dass sie aber selbst längst zu demokratiepolitisch bedenklichen Kreisen gehören, das wollen sie nicht (ein)sehen.
 
Daher will ich am Ende meines Textes jenen Kreisen, die meine Statusmeldungen fleißig kopieren und teilen, um mich als den „Bösen“ zu entlarven, folgendes Zitat des PKK-Dissidenten Selim Cürükkaya mit auf den Weg geben:
 
„Unser großer Führer hat schon vor der Gründung des Staates mehr Freunde umgebracht als Mustafa Kemal und viele Bucharins, Kamazanevs, Zonovyevs und Trotzkis produziert. Schon jetzt hat er Assad übertroffen und bis auf sich selber alle ausgeschaltet.
Und er ist ein Aga, wie er sitzt, wie er spricht, selbst in der Art, wie er die Bauern beschimpft und auf das Volk herabschaut. Seine Lebensweise ist die einmalige Erscheinung eines Agas,..“ 
 
[Die Diktatur des Abdullah Öcalan, 1997, S.157]
 
*Agas sind Clanchefs und Großgrundbesitzer in der Türkei, Anm.

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